Gegen Husten ist ein Kraut gewachsen: Thymian

Wer bei Thymian (Thymus vulgaris) nur ans Essen, beziehungsweise an seine Verwendung in der Küche denkt, der sollte wissen, dass sein herzhaft-kräftiger Geschmack lediglich einen seiner Vorzüge darstellt. Das Kraut ist mindestens ebenso wichtig und wirksam, wenn es um die Behandlung von hartnäckigem, festsitzenden Husten geht – deshalb mischt Thymian (Wirkstoff: Thymol) zurecht bei vielen Medikamenten gegen Bronchitis mit. Seine Anwendung als Heilmittel hat eine lange Tradition: Bereits in der Antike wurden seine heilenden und lindernden Eigenschaften bei bronchialen Infekten geschätzt (sein Name stammt von dem griechischen Wort "thymiama", was so viel wie "Räucherwerk" bedeutet und auf seine Verwendung in antiken Tempeln hinweist). Überliefert ist auch eine Aufzeichnung des Mediziners und Pflanzenkundlers Leonhart Fuchs: "Thymian mit Honig gekocht und getrunken ist förderlich und nützlich denjenigen, die das Keuchen und das schwere Atmen haben."

Auch bei Magen-Darm-Verstimmungen, Sodbrennen, Blähungen und Völlegefühl wurde und wird Thymian erfolgreich eingesetzt.

Um also beim Vorliegen einer Erkältung mit einhergehendem Husten die krampflösende und auswurffördernde Wirkung von Thymian zu nutzen und den Abtransport zähen Schleims zu erleichtern, ist beispielsweise eine Teezubereitung geeignet. Aufgebrüht wird dazu ein Esslöffel getrocknetes Kraut in einer Tasse Wasser, fünf Minuten sollte der Aufguss ziehen. Am besten warm trinken – bis zu vier Tassen am Tag. Die antibakteriellen, desinfizierenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften wirken auch Halsschmerzen und Entzündungen des Mund- und Rachenraumes entgegen; der Tee sollte in diesen Fällen sehr langsam getrunken oder auch zum Gurgeln benutzt werden. Ebenfalls sehr gut zum Gurgeln geeignet sind Thymian-Tinkturen – und sehr praktisch (unter anderem unterwegs) – sind Saft, Tropfen, Kapseln oder Pastillen mit Thymianextrakt.
Ein warmes Vollbad am Abend, mit Thymian-Badzusatz, lässt uns ebenfalls besser durchatmen und anschließend leichter einschlafen – Hautunreinheiten dagegen mögen den Thymiandampf überhaupt nicht, denn denen macht er "das Leben schwer".

Früher, als es noch Ritter gab, wurden diesen übrigens gerne von ihren Burgfräuleins kleine Thymiansträußchen an die Rüstung geheftet, bevor sie in den Kampf gezogen sind – denn, zu guter Letzt, soll dieses Kraut auch tapfer und mutig machen!

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